Leichtathletik-Europameisterschaft

27.07.2010
Uliczka setzt auf Tempo und taktisches Rüstzeug
Der Kieler 3000-m-Hindernisläufer fährt selbstbewusst zu den Leichtathletik-Europameisterschaften in BarcelonaDie Fußball-Weltmeisterschaft und die Tour de France sind Sportgeschichte, jetzt betreten die Leichtathleten die große Bühne. In Barcelona beginnen heute ihre Europameisterschaften (27. Juli bis 1. August). Bis zum Sonntag werden in 47 Disziplinen Gold, Silber und Bronze vergeben. 1626 Athleten aus 50 Ländern stehen in den Meldelisten. 2006 in Göteborg waren nur 1288 Sportler aus 48 Nationen dabei. Zum Auftakt kämpfen heute die Geher auf den Straßen rund um die Ramblas um den Titel über 20 km.
Zumindest ein ordentliches Stück vom Medaillen-Kuchen wollen sich die 74 Athleten (36 Frauen und 38 Männer) des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) sichern. Der Maßstab ist dabei die Ausbeute von vor vier Jahren, als die deutschen Asse mit zehn Medaillen (4/4/2) aus Schweden zurückkehrten. Als Titelverteidiger gehen Kugelstoßer Ralf Bartels und Jan Fitschen über 10000 Meter an den Start. Speerwerferin Steffi Nerius hat ihre Karriere mittlerweile beendet, Marathon-Läuferin Ulrike Maisch fehlt wegen Schwangerschaft in der katalonischen Metropole.
Schleswig-Holstein stellt auf der blauen Laufbahn im renovierten Olympiastadion von 1992 mit Steffen Uliczka den einzigen DLV-Vertreter über 3000-m-Hindernis. Ein Jahr nach seiner WM-Teilnahme in Berlin will sich der 26-jährige Agrarstudent am Freitag um die Mittagsstunde für den Endlauf am Sonntag qualifizieren. Für den Schwarzenbeker Stefan Schwab (100 Meter) und Pascal Nabow (SC Rönnau/400 Meter) erfüllten sich nach sechsten Plätzen bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig die vagen Hoffnungen auf einen Platz in den DLV-Staffeln nicht. Im Weitsprung ist die ehemalige Ahrensburgerin Nadja Käther (jetzt Hamburger SV) nominiert. Im Diskusring ist der Hamburger Markus Münch (LG Wedel-Pinneberg) die Nummer zwei hinter Robert Harting.
Der Weltmeister aus Berlin trägt zweifellos eine der größten deutschen Goldhoffnungen. Als bester Weitspringer europaweit in dieser Saison (8,28 Meter) muss der Ludwigshafener Christian Reif seine Klasse beweisen. An einem perfekten Tag könnte auch Titelverteidiger Bartels (Neubrandenburg) die Kugelstoßer-Konkurrenz im Zaume halten. Bei der EM werden wir eine leistungsstarke Mannschaft sehen, die mit Mut und Risiko in die Wettkämpfe gehen wird, kündigte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen an, Wir haben mit Anspruch und Augenmaß nominiert. Den Ansprüchen nicht genügten WM-Bronzemedaillist Raul Spank (Hochsprung) und Weitspringer Sebastian Bayer, der Freund von Hürden-Turbo Carolin Nytra. Beide kamen nach langwierigen Verletzungen nicht mehr in Tritt. Ähnliches trifft auf Pascal Behrenbruch zu. Der Zehnkämpfer, der die seitens des Verbandes gesetzte Norm zu Pfingsten in Götzis erfüllt hatte, konnte nach einer Fußverletzung den geforderten Leistungs- und Fitnessnachweis nicht erbringen. Der Frankfurter wollte seinen Start aber bis zum letzten Moment auf dem Klagewege erzwingen. Ansonsten wäre es die erste EM seit 76 Jahren (Turin 1934) ohne deutschen Zehnkämpfer.
Der Weltmeister aus Berlin trägt zweifellos eine der größten deutschen Goldhoffnungen. Als bester Weitspringer europaweit in dieser Saison (8,28 Meter) muss der Ludwigshafener Christian Reif seine Klasse beweisen. An einem perfekten Tag könnte auch Titelverteidiger Bartels (Neubrandenburg) die Kugelstoßer-Konkurrenz im Zaume halten. Bei der EM werden wir eine leistungsstarke Mannschaft sehen, die mit Mut und Risiko in die Wettkämpfe gehen wird, kündigte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen an, Wir haben mit Anspruch und Augenmaß nominiert. Den Ansprüchen nicht genügten WM-Bronzemedaillist Raul Spank (Hochsprung) und Weitspringer Sebastian Bayer, der Freund von Hürden-Turbo Carolin Nytra. Beide kamen nach langwierigen Verletzungen nicht mehr in Tritt. Ähnliches trifft auf Pascal Behrenbruch zu. Der Zehnkämpfer, der die seitens des Verbandes gesetzte Norm zu Pfingsten in Götzis erfüllt hatte, konnte nach einer Fußverletzung den geforderten Leistungs- und Fitnessnachweis nicht erbringen. Der Frankfurter wollte seinen Start aber bis zum letzten Moment auf dem Klagewege erzwingen. Ansonsten wäre es die erste EM seit 76 Jahren (Turin 1934) ohne deutschen Zehnkämpfer.
Wenn alles gut läuft, müsste wieder eine zweistellige Bilanz drin sein, vertraut DLV-Präsident Clemens Prokop auch auf deutsche Frauen-Power, allen voran Diskuswerferin Nadine Müller.
Die führt mit 67,78 Meter die europäische Jahresrangliste ebenso an wie Hürdensprinterin Nytra (12,57 Sek.) und Stab-Artistin Carolin Hingst (4,72 Meter). Gold mit dem Stab könnte aber auch an Silke Spiegelburg gehen. Das deutsche Top-Duo profitiert davon, dass Überfliegerin Jelena Issinbajewa nach einigen Abstürzen eine Auszeit nimmt. Die Konkurrenz kommt in Person von Weltmeisterin Anna Rogowska vor allem aus Polen. Von Hochspringerin Ariane Friedrich erwartet man einen spannenden Zweikampf mit ihrer kroatischen Dauerrivalin Blanka Vlasic.
An Medaillenchancen denkt Nordlicht Steffen Uliczka derweil noch nicht, die Vergabe geht wohl nur über die beiden Franzosen Tahri und Benabbad. Über die bloße EM-Teilnahme gehen die Ansprüche des gebürtigen Preetzers allerdings hinaus. Ich will auf jeden Fall in den Endlauf am Sonntag, sagt Uliczka. Dabei geht er davon aus, dass sich aus zwei Vorläufen die jeweils ersten vier Läufer plus vier Zeitschnellste, also zwölf Athleten, qualifizieren. Die direkte Qualifikation über Platz eins bis vier sollte drin sein. Uliczkas Vorbereitung lief nahezu optimal. In vielen Einheiten seit der WM 2009 in Berlin hat er an seiner Tempohärte gearbeitet. Platz zwei bei der Team-Europameisterschaft in Bergen hat das Selbstbewusstsein gestärkt. Und bei den Deutschen Meisterschaften, als er mit der nationalen Konkurrenz spielte, hat er sich auch seiner taktischen Möglichkeiten versichert.
Das waren 1000-m-Hindernis mit 2000 Meter Anlauf. Gut möglich, dass es in Barcelona auch so ein Rennen gibt, sagte Uliczka vor seiner Abreise ins deutsche Trainingslager in Kienbaum. Heute fliegt er mit der deutschen Mannschaft nach Barcelona.
Text: Jens Kunkel
Die führt mit 67,78 Meter die europäische Jahresrangliste ebenso an wie Hürdensprinterin Nytra (12,57 Sek.) und Stab-Artistin Carolin Hingst (4,72 Meter). Gold mit dem Stab könnte aber auch an Silke Spiegelburg gehen. Das deutsche Top-Duo profitiert davon, dass Überfliegerin Jelena Issinbajewa nach einigen Abstürzen eine Auszeit nimmt. Die Konkurrenz kommt in Person von Weltmeisterin Anna Rogowska vor allem aus Polen. Von Hochspringerin Ariane Friedrich erwartet man einen spannenden Zweikampf mit ihrer kroatischen Dauerrivalin Blanka Vlasic.
An Medaillenchancen denkt Nordlicht Steffen Uliczka derweil noch nicht, die Vergabe geht wohl nur über die beiden Franzosen Tahri und Benabbad. Über die bloße EM-Teilnahme gehen die Ansprüche des gebürtigen Preetzers allerdings hinaus. Ich will auf jeden Fall in den Endlauf am Sonntag, sagt Uliczka. Dabei geht er davon aus, dass sich aus zwei Vorläufen die jeweils ersten vier Läufer plus vier Zeitschnellste, also zwölf Athleten, qualifizieren. Die direkte Qualifikation über Platz eins bis vier sollte drin sein. Uliczkas Vorbereitung lief nahezu optimal. In vielen Einheiten seit der WM 2009 in Berlin hat er an seiner Tempohärte gearbeitet. Platz zwei bei der Team-Europameisterschaft in Bergen hat das Selbstbewusstsein gestärkt. Und bei den Deutschen Meisterschaften, als er mit der nationalen Konkurrenz spielte, hat er sich auch seiner taktischen Möglichkeiten versichert.
Das waren 1000-m-Hindernis mit 2000 Meter Anlauf. Gut möglich, dass es in Barcelona auch so ein Rennen gibt, sagte Uliczka vor seiner Abreise ins deutsche Trainingslager in Kienbaum. Heute fliegt er mit der deutschen Mannschaft nach Barcelona.
Text: Jens Kunkel
Finals der EM in Barcelona:
Dienstag, 27. Juli
8.05 Uhr: 20-km-Gehen, Männer
19.35 Uhr: Kugelstoßen, Frauen
21.05 Uhr: 10000 m, Männer.
Mittwoch, 28. Juli
8.05 Uhr: 20-km-Gehen, Frauen
18.30 Uhr: Diskuswurf, Frauen
20.00 Uhr: Weitsprung, Frauen
20.25 Uhr: Hammerwurf, Männer
21.05 Uhr: 10000 m, Frauen
21.45 Uhr: 100 m, Männer.
Donnerstag, 29. Juli
18.30 Uhr: Hochsprung, Männer
19.40 Uhr: Dreisprung, Männer
20.40 Uhr: Speerwurf, Frauen
21.10 Uhr: Zehnkampf (Abschluss 1500 m)
21.45 Uhr: 100 m, Frauen.
Freitag, 30. Juli
7.35 Uhr: 50-km-Gehen, Männer
18.30 Uhr: Stabhochsprung, Frauen
19.25 Uhr: 200 m, Männer
19.35 Uhr: 400 m, Frauen
19.50 Uhr: 110 m Hürden, Männer
20.20 Uhr: Hammerwurf, Frauen
20.25 Uhr: 3000 m Hindernis, Frauen
21.25 Uhr: 400 m, Männer
21.40 Uhr: 400 m Hürden, Frauen
21.50 Uhr: 800 m, Frauen
22.00 Uhr: 1500 m, Männer.
Sonnabend, 31. Juli
10.05 Uhr: Marathon, Frauen
18.00 Uhr: Stabhochsprung, Männer
18.30 Uhr: Kugelstoßen, Männer
19.10 Uhr: Dreisprung, Frauen
19.35 Uhr: 800 m, Männer
19.50 Uhr: 200 m, Frauen
20.05 Uhr: Speerwurf, Männer
20.10 Uhr: 400 m Hürden, Männer
20.25 Uhr: 100 m Hürden, Frauen
20.45 Uhr: Siebenkampf (Abschluss 800 m)
21.20 Uhr: 5000 m, Männer.
Sonntag, 1. August
10.05 Uhr: Marathon, Männer
19.30 Uhr: Hochsprung, Frauen
19.35 Uhr: 4 x 100 m, Männer
19.45 Uhr: Diskuswurf, Männer
19.50 Uhr: 4 x 100 m, Frauen
20.10 Uhr: Weitsprung, Männer
20.15 Uhr: 3000 m Hindernis, Männer
20.40 Uhr: 5000 m, Frauen
21.15 Uhr: 1500 m, Frauen
21.40 Uhr: 4 x 400 m, Frauen
21.55 Uhr: 4 x 400 m, Männer.
Dienstag, 27. Juli
8.05 Uhr: 20-km-Gehen, Männer
19.35 Uhr: Kugelstoßen, Frauen
21.05 Uhr: 10000 m, Männer.
Mittwoch, 28. Juli
8.05 Uhr: 20-km-Gehen, Frauen
18.30 Uhr: Diskuswurf, Frauen
20.00 Uhr: Weitsprung, Frauen
20.25 Uhr: Hammerwurf, Männer
21.05 Uhr: 10000 m, Frauen
21.45 Uhr: 100 m, Männer.
Donnerstag, 29. Juli
18.30 Uhr: Hochsprung, Männer
19.40 Uhr: Dreisprung, Männer
20.40 Uhr: Speerwurf, Frauen
21.10 Uhr: Zehnkampf (Abschluss 1500 m)
21.45 Uhr: 100 m, Frauen.
Freitag, 30. Juli
7.35 Uhr: 50-km-Gehen, Männer
18.30 Uhr: Stabhochsprung, Frauen
19.25 Uhr: 200 m, Männer
19.35 Uhr: 400 m, Frauen
19.50 Uhr: 110 m Hürden, Männer
20.20 Uhr: Hammerwurf, Frauen
20.25 Uhr: 3000 m Hindernis, Frauen
21.25 Uhr: 400 m, Männer
21.40 Uhr: 400 m Hürden, Frauen
21.50 Uhr: 800 m, Frauen
22.00 Uhr: 1500 m, Männer.
Sonnabend, 31. Juli
10.05 Uhr: Marathon, Frauen
18.00 Uhr: Stabhochsprung, Männer
18.30 Uhr: Kugelstoßen, Männer
19.10 Uhr: Dreisprung, Frauen
19.35 Uhr: 800 m, Männer
19.50 Uhr: 200 m, Frauen
20.05 Uhr: Speerwurf, Männer
20.10 Uhr: 400 m Hürden, Männer
20.25 Uhr: 100 m Hürden, Frauen
20.45 Uhr: Siebenkampf (Abschluss 800 m)
21.20 Uhr: 5000 m, Männer.
Sonntag, 1. August
10.05 Uhr: Marathon, Männer
19.30 Uhr: Hochsprung, Frauen
19.35 Uhr: 4 x 100 m, Männer
19.45 Uhr: Diskuswurf, Männer
19.50 Uhr: 4 x 100 m, Frauen
20.10 Uhr: Weitsprung, Männer
20.15 Uhr: 3000 m Hindernis, Männer
20.40 Uhr: 5000 m, Frauen
21.15 Uhr: 1500 m, Frauen
21.40 Uhr: 4 x 400 m, Frauen
21.55 Uhr: 4 x 400 m, Männer.
